Geschützter Radstreifen beschlossen

Darstellung eines geschützten Radstreifens - Fotomontage Visualisierung Protected Bike Lanes in Berlin © SenUVK/Visualisierung Bloomimages

Düren. Im Stadtrat wurde nun beschlossen, eine Versuchsstrecke auf der Veldener Straße einzurichten. Es sollen rund 400 m geschützter Radstreifen, sogenannte Protected Bike Lanes angelegt werden. Und zwar stadtauswärts, zwischen Kino und Malteserstraße. Jedoch entgegen des ursprünglichen Antrags der Ampel, der in beide Richtungen geschützte Radstreifen forderte.
Es wurde darauf verzichtet, den Radstreifen weiter über die Kreuzung Maltesertstraße zu führen ( wie gestaltet man Abbiegevorgänge von KFZ? ).
Die Stadt stellt nun außerdem einen Förderantrag, um 2020 beide Seiten auf einem längeren Abschnitt endgültig umzurüsten.

Wie es dazu kam

In Düren gibt es viele überbreite Straßen mit einer Fahrspur je Richtung, meist sind 50 km/h erlaubt. Bei diesen überbreiten Straßen wird jedoch häufig schneller gefahren, außerdem verleitet es Autofahrer zu Überholmanövern, bei denen Radfahrer zu nah überholt und gefährdet werden.
Wir erinnern uns, im März 2019 gab es einen tödlichen Unfall, bei dem ein 17 Jähriger Radfahrer sein Leben lassen musste.

Die Ampelkoalition stelle im Mai einen Antrag:

ANTRAG

Neue Radwege Veldener Straße – Einrichtung eines geschützten Radfahrstreifens (sog. Protected-Bike-Lane);
Antrag der Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und DIE LINKE vom 16.05.2019:

Auf beiden Seiten der Veldener Straße wird ein breiter Radweg (ca. 2,50 m) mit baulicher Trennung (Abweiser) von den KFZ-Fahrbahnen angelegt.
Die Trennung soll modellhaft auf verschiedene Art erfolgen.
Die Verwaltung prüft, wo weitere Radfahrstreifen mit baulicher Trennung (Protected Bike Lane) angelegt werden können.

Mehr Infos zu geschützten Radstreifen und Bildquelle:
https://www.adfc.de/pressemitteilung/adfc-erklaert-protected-bike-lanes/

13 Gedanken zu „Geschützter Radstreifen beschlossen

  1. Tödlicher Unfall eines 17-Jährigen März 2019: „Aus bisher noch unbekannter Ursache kam der Lkw-Fahrer … von der Fahrbahn ab … Aachener Str. … auf dem Fahrradschutzstreifen“. Wahrscheinlich hat der LKW-Fahrer auf seinem Handy gespielt: Am 12.10.19 konnte ich als Beifahrer auf der A 4 beobachten, dass fast alle, deren LKW’s Schlangenlinien oder stark rechts fuhren, am Daddeln waren.

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    1. Generell scheint es ja z. Z. so, dass es gesellschaftlich akzeptiert wird, dass man immer am Smartphone hängt. Erst wenn sich daran was ändert, werden immer weniger Leute es für normal erachten, während der Fahrt das zu nutzen.

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  2. Wenn 2,50 m schon als breit gelten, wird’s mit dem Fachwissen nicht weit her sein.

    Warum fordert eigentlich keiner mehr wirklich die Beseitigung der Gefahr bzw. die Reduzierung ihres Gefahrenpotenzials? Lieber ein paar Gefahrenstellen in die Fahrbahn stellen. Kann man nur hoffen, dass die Straßenverkehrsbehörde diese sachgerecht absichert. #BakenStadt

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  3. …und die Benutzungspflicht des „Radweges“ rechte Seite Philippstraße, Unterführung Eisenbahnstrecke Köln-AC, kurz vor den geplanten „Protected Bike Lanes“ wird nicht aufgehoben? Bzw diese Strecke wird nicht mit einbezogen? Mal wieder eine reine Alibi-Veranstaltung, bloß nicht den MIV auch nur minimal einbremsen…. es ist und bleibt einfach hoffnungslos in Düren.

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  4. Nicole schreibt dazu:
    das sind ja super Nachrichten! Toll!
    Ja, es wäre wünschenswert, wenn sich sowas durch die ganze Stadt zieht. Ich bin ja nun seit drei Monaten auch so ziemlich nur noch auf dem Rad und kann sagen, dass manche Wege viel zu gefährlich sind um sie mit Rad (und Kindern) zu fahren. Da überlege ich manchmal, ob es nicht doch besser wäre die eine oder andere Fahrt mit dem Auto zu machen, das kann doch nicht sein.

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    1. Hallo Roswitha, da haben sie vollkommen recht, man möchte erst mal testen. Wenn ich entscheiden könnte, würde der ganze Straßenzug beidseitig mit Protected Bike Lanes getestet. Dann wäre es ein wirklicher Test. Es hat in der Form wenig Zeck, da die Radfahrer davor und dahinter ungeschützt unterwegs sein werden. D.h. es werden dort nicht wirklich mehr Radfahrer fahren, d.h. der Test wird nicht aussagekräftig sein.

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      1. Das ist ja ein wirklicher Quantensprung, also der Übergang in das nächstmögliche Level. Warum reicht den Leuten immer, dass man in weiterhin genauso gefährlichen (oder ungefährlichen Straßen) mutmaßlich ein wenig besser geschützt wird. Warum nicht die Gefahr beseitigen?

        Warum einen besseren FI-Schalter einbauen, wenn man auch das defekte Kabel austauschen kann?

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      2. ALLE Dörfer in Erftstadt & in Karlsruhe haben flächendeckend Tempo 30 – auch auf Hauptstraßen. Damit sollte schon ‚mal in den Dürener Dörfern begonnen werden. Zumindest in Derichsweiler, wo ich wohne, wird noch viel zu schnell gefahren.

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      1. Warum stellen die einen Antrag nach GO als Partei?

        Solche Forderungen sind vor Ort in der Lokalpolitik nichts ungewöhnliches. Jeder Lokalpolitiker hat ja Stellen, an denen er nicht brausen sondern rasten will und dann die Auswirkungen spürt. Nur den Zusammenhang zwischen eigenem Handeln und erlebten Problemen stellt man zu selten her und noch seltener zieht man die richtigen Schlüsse daraus. Es bringt nichts, in einer Straße Tempo 30 zu fordern, wenn man nicht darüber nachdenkt, wie man den Zufluss an Kfz in die Straße reduzieren kann.

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