Baustellensicherung Fahrradfreundlich ?

In Düren merkt man an der mangelhaften Baustellensicherung wie fahrradfreundlich die Stadt wirklich ist. Von vorbildlich kann leider keine Rede sein: da werden Radwege einfach komplett gesperrt, Umleitungshinweise fehlen. Oft steht völlig sinnfrei das Schild „Radfahrer absteigen“. Ein weiteres Negativbeispiel ist die Baustelle an der Philippsstraße stadtauswärts Richtung Birkesdorf: Vor der Eisenbahnunterführung wird der Schutzstreifen eigentlich nach rechts auf den geteilten Rad-/ Gehweg geleitet, wer weiter geradeaus möchte, muss die Eisenbahn auf der Straße unterqueren, weil der Fuß- und Radweg komplett gesperrt ist. Das ist bei starkem Verkehr weder angenehm, noch ungefährlich. Also fährt man entweder trotzdem weiter oder muss bis zur Kreuzung zurückschieben und irgendwie auf den linken Radweg kommen – was natürlich eigentlich auch nicht erlaubt ist.

Am 18.6 hatte ich dazu den Fahrradbeauftragten Uwe Schmitz angeschrieben, einen Tag später mit Herrn Simon von der Stadt telefoniert, mit der Bitte, die Absicherung der Baustelle schnellstmöglich zu verbessern, bevor etwas passiert. Mein Vorschlag war, die Straße temporär für Autofahrer auf eine Spur zu verengen, so dass die Radfahrer und Fußgänger die rechte Spur nutzen können. Außerdem gab ich den Hinweis auf die Broschüre der AGFS (Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte) „Baustellenabsicherung im Bereich von Geh- und Radwegen“ Herr Simon war von meinen Vorschlägen wenig begeistert. Er wollte sich die Situation aber mal anschauen. Es wurden dann Barken auf der Straße aufgestellt, die die Aufmerksamkeit der Autofahrer etwas erhöhen. Ein sinnfreies „Radfahrer absteigen“ Schild durfte nicht fehlen.

Radfahrer absteigen?

Das Zusatzzeichen 1012-32 „Radfahrer absteigen“ ist – das sagt ja schon der Begriff „Zusatzzeichen“– nur als Zusatzschild zu anderen amtlichen Verkehrszeichen zu verwenden. Eine alleinige Aufstellung kommt somit nicht in Betracht! Dann allerdings ist es ohnehin überflüssig, da die Verkehrszeichen für die sinnhaft möglichen Kombinationen (z. B.Z 239 „Fußweg“; Z 254 „Verbot für Radfahrer“) Radfahrern ohnehin die Weiterfahrt verbieten. Die Kombination mit Z 237„Radweg“ (sowie Z 240 „gemeinsamer Fuß- und Radweg“ und Z 241 „getrennter Rad- undFußweg“) ist unzulässig, weil widersprüchlich – Radwege sind zum Rad fahren da. Daher gibt es keinen vernünftigen Grund, das Schild „Radfahrerabsteigen“ überhaupt einzusetzen; es gibt immer eine bessere Lösung. Ohnehin soll der Radverkehr – wie für den Autoverkehr ganz selbstverständlich – grundsätzlich eine befahrbare Führung im Baustellenbereich erhalten.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Baustellensicherung Fahrradfreundlich ?

  1. „Radfahrer absteigen“ ist die in Blech gestanzte Ausrede der zuständigen Verkehrsbehörde oder auch mal einer unzuständigen Baufirma. Sie wird dann verwendet, wenn die Anlagen, auf die man den Radverkehr gelockt hat, für ihn tatsächlich ungeeignet sind. Statt sinnvolle Alternativen anzubieten, wird dann „Radfahrer absteigen“ aufgestellt. Denn am einfachsten ist es dann natürlich, wenn die Radfahrer keine Radfahrer mehr sind und sich in Fußgänger verwandeln. Das Problem ist damit nicht beseitigt, aber möglicherweise die Verantwortung auf die Radfahrer abgewälzt. Weiterlesen auf

    http://bernd.sluka.de/Radfahren/absteigen.html

    Gefällt mir

Kommentar erwünscht

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s